Die Familie im Wandel - eine flexible Gemeinschaft

FamilieEine Familie ergibt sich durch eine Partnerschaft, Heirat oder Abstammung und bezeichnet eine Lebensgemeinschaft. Sie besteht aus einer engen Grupperung aus Verwandten, zum Beispiel durch Eltern und ein Kind. Ursprünglich betitelte die Bezeichnung „Familie“ den gesamten Hausstand eines Mannes, sprich Ehefrau, Kinder, Verwandte, Angestellte und Vieh.

Was zeichnet eine Familie im Besonderen aus?

Familien haben unterschiedliche Verbindlichkeiten untereinander. Sie sind biologisch miteinander verbunden, zum Beispiel ein Kind mit seinem Vater (auch adoptierte Kinder gelten als Familienmitglied). Weiterhin besteht eine juristische Verantwortung innerhalb der Familie, beispielsweise als Erziehungsberechtigter, Vormund oder Ehepartner. Und auch in sozial Hinsicht ist eine Familie miteinander verknüpft, sie tragen die Sorge und Verantwortung füreinander.

Die Familie im heutigen Sinne war nicht immer so strukturiert und aufgebaut wie heute.
In der vorindustriellen Zeit war die Familie als Wirtschaftsgemeinschaft gekennzeichnet, es gab eine geschlechtsspezifische Arbeitsaufteilung. Eine abgegrenzte Kindheit gab es nicht, Kinder wurden als Arbeitskraft eingesetzt.
Familie mit KindErst durch die Industrialisierung kam es zur Loslösung von der geschlechtsspezifischen Familienkonstellation, da das Agrarleben zurück ging und die Familien vermehrt in die Städte zogen. Die kleinbürgerliche Familie entstand durch die Aufteilung in einen außerhäuslichen und familiären Bereich. Die Familie wurde durch die ausgelagerte Produktion und Arbeit zum Ort der Privatheit, der Mann galt als Familienoberhaupt.
In den 50er Jahren wurde die Familie in vielen Fällen zum Ort einer vaterlosen Gesellschaft, da viele Väter im Krieg gefallen waren oder sich in Gefangenschaft befanden.
In den 60er und 70er Jahren kam es zu Strukturveränderungen in der Gesellschaft (Anwachsen des Einkommens, weniger Arbeitszeit, Bildungsexpansion), wodurch auch die Familienzusammensetzungen beeinflusst wurden. Die Scheidungsrate stieg an und viele uneheliche Kinder wurden geboren. Frauen stiegen in höhere Berufe auf und verdienten ihr eigenes Geld, wodurch die Stellung des Vaters als Oberhaupt geschwächt wurde. Auch durch die Studenten- und Frauenbewegung veränderte sich die Familienhierarchie.